Trocknerbälle: Weichere Wäsche & weniger Verbrauch

von | Sep 8, 2016 | Ratgeber | 0 Kommentare

Ein Wäschetrockner sorgt für viel Komfort & Zeitersparnis – doch manchmal ist die Wäsche am Ende noch immer ein wenig feucht oder zerknittert. Um die Kleidung schön flauschig und richtig trocken zu bekommen, Hier hat jeder seine ganz eigenen Tricks.

Eine vielversprechende Möglichkeit stellen Trocknerbälle dar. Ganz ohne Chemie oder komplizierte Anwendung sollen sie die Wäsche weicher & den Wäschetrockner sparsamer machen. Klingt zu schön, um wahr zu sein?

Für alle Interessierten habe ich in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zu Trocknerbällen gesammelt. Von der Funktionsweise in der Praxis bis hin zu empfehlenswerten Varianten finden Sie hier viele nützliche Tipps für gepflegte Wäsche.

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Sind Trocknerbälle wirklich nötig?

Trocknerbälle für Daunenjacken

Die Werbeaussagen in den Produktbeschreibungen der Hersteller versprechen flauschige Wäsche wie mit einem Weichspüler – und eine bis zu 40% kürzere Trocknungsdauer. Laut Marketing soll das alles durch ein paar einfache Plastikbälle möglich sein.

Natürlich ist es angebracht, bei solchen Behauptungen erst einmal skeptisch zu sein. Unabhängige Testberichte oder wissenschaftliche Studien habe ich noch nicht gefunden – deshalb habe ich mir ein paar Bälle bestellt und sie in der Praxis getestet. Dabei habe ich besonderen Wert auf folgende Punkte gelegt:

  • Sorgen die Bälle für weiche Wäsche?
  • Verringern sie die Trocknungsdauer?
  • Wie einfach ist ihre Anwendung?
  • Können Sie Weichspüler ersetzen?

Zusätzlich suchte ich noch einige Berichte weiterer Nutzer aus dem Internet, weil ich herausfinden wollte, ob Trocknerbälle auch für andere funktionieren. Stiftung Warentest scheint die Teile leider noch nicht getestet zu haben.

Um es kurz zu machen: Die vom Marketing geschürten Erwartungen konnten die von mir getesteten Bälle nicht ganz erfüllen – trotzdem bieten sie in der Praxis einige Vorteile. Die Wäsche wird spürbar weicher & auch die Trocknungsdauer verkürzt sich um einige Zeit (wenn auch nicht um 40%).

So funktionieren die Kugeln

Ein normaler Trockner wälzt die Wäsche in heißer Luft hin & her, wodurch sie stetig an Feuchtigkeit verliert. Allerdings kann es vorkommen, dass die heiße Luft nicht alle Stellen erreicht – z.B. wenn die Kleidung verknotet oder sehr groß ist.

Genau hier kommen Trocknerbälle in Spiel: Sie lockern die Wäsche auf und erleichtern dadurch die Zirkulation der Luft. Dieses Durchkneten sorgt nicht nur für eine gleichmäßigere Trocknung, sondern soll auch noch einiges an Energie sparen.

Tocknerbälle testbericht

Bleibt ein Teil der Wäsche nämlich feucht, dann stoppen die automatischen Sensoren moderner Wärmepumpentrockner den Vorgang erst später (während ein Großteil der Kleider bereits fertig wäre).

Zu guter Letzt versprechen die Hersteller durch das Auflockern auch noch flauschigere Wäsche. Einerseits durch die warme Luft & andererseits durch das „Kneten“ der Trocknerbälle selbst. Ganz ohne jegliche Chemie oder umweltschädlichen Weichspüler (den man ohnehin nur sparsam einsetzen sollte, weil zu viel davon die Filter von Wäschetrocknern verstopft).

Alles zur Anwendung: Sämtliche Vor- & Nachteile

Ich habe mir ein paar Kugeln geschnappt und sie zuhause getestet. Es ist schwer, beim Benutzen der Trocknerbälle etwas falsch zu machen – einfach 4-6 Kugeln mit der Wäsche in den Trockner geben & den Vorgang wie gewohnt starten.

Trocknerball tennisball

Die Lautstärke

Nach kurzer Zeit fällt dann auch der größte Nachteil der Trocknerbälle auf: je nachdem, wie hart die kleinen Helfer sind, kann es beim Trocknen sehr laut werden. Die Kugeln klopfen nämlich dauernd gegen die Trommel und erhöhen die Lautstärke spürbar.

Steht der Trockner im Keller, dann ist das natürlich kein Problem – im Badezimmer wären sie mir zu laut.

Zum Glück gibt es auch noch ein paar tolle Alternativen zu den harten Plastikkugeln – ich habe mir nach diesem ersten Versuch noch ein paar weichere Bälle aus natürlicher Schafwolle geholt, die sehr viel leiser arbeiten.

Flauschige Wäsche

Egal für welche Variante man sich entscheidet: beide Typen sorgen für spürbar weichere Wäsche. Hier können die Trocknerbälle wirklich überzeugen & sogar chemischen Weichspüler ersetzen. Das Ergebnis hat mich sowohl bei den harten Plastikbällen als auch bei den weicheren Wollekugeln überzeugt.

Besonders bei großen Textilien wie Daunenjacken (die gerne mal verknoten) fallen die Unterschiede deutlich auf. Früher kam es manchmal vor, dass kleinere Stellen am Ende noch immer feucht waren – das ist dank der Trocknerkugeln hier nicht mehr der Fall. In diesem Punkt haben sie mich also vollständig überzeugt.

Siebt Haare & Fussel aus

trocknerball-haare

Im Praxistest sorgten die Bälle außerdem für deutlich weniger Kleiderfasern auf der getrockneten Wäsche – das kommt beim Trocknen ja immer wieder vor.

Einen weiteren Pluspunkt gibt es bei langen Haaren: Plastikbälle mit Noppen scheinen diese wie magisch anzuziehen, sodass sie fast gar nicht mehr zwischen den Kleidern hängen bleiben. Wer immer wieder Haare im Flusenfilter & auf der Kleidung findet, sollte sich die Anschaffung eines runden Helfers auf jeden Fall überlegen.

Die Wäsche knistert außerdem bedeutend weniger, wenn man sie aus dem Trockner holt. Die Trocknerbälle scheinen also auch die statische Aufladung zu verringern. Ein sehr angenehmer Nebeneffekt.

Weniger Zeit & Stromverbrauch

Die von mir getesteten Trocknerbälle verringern die Trocknungsdauer um rund 5-10 Minuten (und sparen dadurch Energie). Das ist ein netter Bonus, doch weit von den Versprechen aus der Werbung entfernt.

Im Internet habe ich auch Berichte von deutlich höheren Einsparungen gelesen, ich selbst konnte solche Zahlen jedoch nicht erreichen. Aber selbst ohne diese Kostenersparnis überzeugt das Ergebnis insgesamt.

Duft & ätherische Öle

Im Gegensatz zu chemischen Weichspüler sind Trocknerbälle geruchlos. Soll die Wäsche duftend aus dem Trockner kommen, dann müssen Zusätze her. Bei Plastikkugeln bieten sich hier Dufttücher an, die mit der Kleidung in die Trommel gelegt werden und für tolle Gerüche sorgen.

Ist die Anwendung von Trocknerbällen sinnvoll?

Bei den Trocknerbällen aus Wolle habe ich die (mitgelieferten) ätherischen Öle verwendet. Einfach ein paar Tropfen auf eine der Kugeln geben und zusammen mit der Kleidung trocknen. Die Wäsche kam anschließend herrlich duftend aus dem Gerät.

Flecken gab es bis jetzt noch keine – im Zweifelsfall testet man das Ganze aber am besten mit einer kleinen Ladung. Auch in diesem Bereich stellen Trocknerbälle also eine tolle Alternative zum herkömmlichen Weichspüler dar.

Wie lange halten die Trocknerbälle?

Die meisten Hersteller geben bis zu 1000 Durchgänge an – die Trocknerbälle, welche ich in der Hand hielt, dürften diese Marke problemlos erreichen. Sowohl die Plastikteile als auch die Premiumkugeln aus Wolle sind toll verarbeitet & sehr trocknerfest.

Nach gut 50 Durchgängen kann ich noch keine Abnutzungserscheinungen feststellen. Und mittlerweile dürften sie ihre Anschaffungskosten ohnehin fast wieder eingespielt haben, weil sie jedes Mal Energie und Weichspüler sparen.

Die Vor- & Nachteile zusammengefasst

PRO

  • Machen die Wäsche wirklich flauschiger
  • Verringern die Dauer & die Kosten leicht
  • Weniger statische Aufladung & Fussel

CONTRA

  • Können beim Trocknen recht laut werden
  • Duften nicht von alleine (wie Weichspüler)

Empfehlenswerte Trocknerbälle

Da nun alles Wichtige zur Anwendung sowie den Vor- & Nachteilen zu Trocknerbällen gesagt ist, möchte ich hier eine kleine Auswahl überzeugender Kugeln vorstellen. Die Verfügbarkeit an verschiedenen Varianten ist überraschend groß.

Am Anfang hab ich damit gerechnet, nur langweilige Plastikkugeln vorzufinden – doch dann habe ich schnell ein paar interessantere Varianten gefunden. Bei den 3 folgenden Sets ist sicher für jede Anforderung etwas Passendes dabei:

Handgemachte Bälle aus Premium-Schafwolle

Die meiner Meinung nach besten Trocknerkugeln bestehen zu 100% aus natürlicher Wolle von neuseeländischen Schafen. Dadurch fühlen sich die Bälle deutlich weicher & hochwertiger an als herkömmliche Plastikkugeln.

Bei der Anwendung hat das Material einige Vorteile: Diese Trocknerbälle aus Wolle lärmen nicht so laut wie die harten Varianten & lockern die Wäsche ohne irgendwelche Chemikalien auf. Das Set besteht aus 6 Schurwolle-Bällen, was genug für sehr große Kleiderladungen ist.

Handgemachte Trocknerbälle aus Wolle

Diese Kugeln können Weichspüler ersetzen & machen die Wäsche sehr weich. Die natürlicher Materialien dämpfen Lärm und sind hochwertig verarbeitet.

Soll die Wäsche gut riechen, dann kann man 1 Kugel mit einigen Tropfen ätherischem Öl beträufeln und so die Kleidung auf natürliche Weise duften lassen. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch den praktischen Aufbewahrungsbeutel, auf  welchem sich auch direkt die Bedienungsanleitung befindet.

Insgesamt hat haben mich die Wollebälle rundum überzeugt. Der Preis ist zwar sicher kein Schnäppchen, aber angesichts der handgemachten Qualität & des hochwertigen Materials mehr als gerechtfertigt. Als natürliche Alternative zu chemischen Weichspülern kann ich diese Variante nur empfehlen.

Klassische Trocknerbälle aus Kunststoff

Zählt vor allem ein günstiger Preis, dann greift man am besten zu ganz normalen Plastikbällen. Die meisten Varianten verfügen über Noppen, um für zusätzliche Hohlräume zwischen der Wäsche zu sorgen.

Trocknerbälle aus Kunststoff

Die günstige Standardvariante bringt die gleichen Vorteile wie Premiumvarianten. Allerdings sind die Bälle lauter als weiche Wollekugeln.

Die Kugeln sind recht hart – ein Hinweis darauf, dass hier mit großer Wahrscheinlichkeit keine schädlichen Weichmacher enthalten sind. Die günstigen Trocknerbälle machen die Wäsche ebenso weich wie die Premiumvariante von oben. Im Ergebnis & bei der kürzeren Dauer können sie also ohne Probleme mithalten.

Allerdings sind sie durch das harte Material auch recht laut. Steht der Trockner in einem separaten Raum, dann stört das nicht – in kleineren Wohnungen würde ich aber zweifellos die weichere Variante aus Wolle bevorzugen.

Auch ätherische Öle speichern die Plastikkugeln nicht. Wer dennoch duftende Wäsche möchte, kann sich aber ganz leicht mit passenden Trocknertüchern behelfen.

Einen Vorteil bieten die Noppen bei langen Haaren oder vielen Kleiderfasern. Die Plastikbälle fangen dank der genoppten Oberfläche deutlich mehr davon als die „glatten“ Kugeln aus Wolle. Das reduziert auch die statische Aufladung deutlich und setzt knisternden Schocks beim Herausnehmen der Wäsche ein Ende.

Alles in Allem bieten auch Trocknerbälle aus Plastik einige spürbare Vorteile & können umweltschädlichen Weichmacher vollständig ersetzen. Wer sich am lauten Betriebsgeräusch nicht stört, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Kleine Helfer für flauschige Wäsche

Trocknerkugeln mit Igelform

Zwar trocknen diese Kugeln nicht unbedingt besser als andere Varianten – aber beim Aussehen haben die kleinen Helfer klar die Nase vorn.

Die letzten hier vorgestellten Trocknerbälle bieten bei der Anwendung keine echten Vorteile gegenüber den Plastikbällen von oben. Allerdings macht das Igel-Design sehr viel mehr her als die langweilige Kugelform der meisten anderen Varianten.

Ansonsten sorgen auch diese Trocknerbälle für weiche Kleidung & etwas weniger Stromverbrauch. Ich erwähne sie hier stellvertretend für all die verschiedenen Ausführungen, welche im Handel sonst noch erhältlich sind. Hier gibt es wirklich unzählige Formen & Farben für jeden Geschmack.

Selbstgemachte DIY Trocknerkugeln

Möchte man mit dem Kauf von Trocknerbällen zuerst warten, dann kann man auch zu selbstgemachten Alternativen greifen. Vielleicht hat man noch ein paar gebrauchte Gegenstände im Haus, die sich als Wäschekugeln eignen:

Tennisbälle als Alternative

Sie passen sich ihrer Form in den Trockner & halten nach meiner Erfahrung auch hohe Temperaturen aus. Im Internet haben einige User gute Erfahrungen damit gemacht.

Allerdings besitzen viele (neue) Tennisbälle einen etwas chemischen Eigengeruch und könnten eventuell abfärben. Im Zweifelsfall verzichtet man also lieber darauf oder startet zuerst einen Testlauf mit alter Kleidung. Meiner Meinung nach ist die nächste Variante besser & spaßiger:

Eigene Wollbälle machen

Trocknerbälle aus wolle

Um einen eigenen Trocknerball selbst herzustellen benötigt man:

  • etwas Zeit zum Basteln
  • Genügend Wollgarn
  • 1 Strumpfhose
  • 1 Häkelnadel (optional)

Im englischsprachigen Internet finden sich viele Anleitungen, um Trocknerbälle aus Wollgarn zu basteln. Die Bilder auf dieser Seite lassen sich auch ohne viele Englischkentnisse verstehen:

Im Grunde rollt man das Garn nur um einen Knoten in der Mitte, bis die Kugel die gewünschte Größe erreicht hat. Dann befestigt man das lose Ende (mit einer Häkelnadel geht es einfacher) und steckt den selbstgemachten Trocknerball in eine Strumpfhose.

Das verhindert Flusen & Fusseln in der Wäsche. Die selbstgemachte Variante bietet dann die gleichen Vorteile wie ein weicher Wolleball aus dem Geschäft. Viel Spaß beim Basteln!

 

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Tobias M.

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